„Ein Weg ‚Shumei Natürliche Landwirtschaft‘ zu verstehen, ist sie als eine Erweiterung der Ideen hinter Permakultur und ökologischem Landbau zu sehen. Sie geht im Hinblick auf Respekt für den Boden aber noch einen Schritt weiter. Im Gegensatz zur ökologischen Methode ermutigt sie die Erzeuger, Fruchtwechsel zu vermeiden. Im Gegensatz zu Permakultur rät sie ihnen ihren Boden nicht zu düngen, egal, wie nachhaltig der Prozess ist.

 

Es gibt keine Regeln bezüglich der Bewässerung, des Jätens oder des Pflügens. Es wird angenommen, dass jedes Stück Land unterschiedlich ist und dass jeder Erzeuger ein einzigartiges Verständnis dafür entwickeln wird, was basierend auf seinen/ihren eigenen Beobachtungen nötig ist.

 

Allerdings wird, wenn der Boden trocken ist, Mulchen mit Laub und Grasschnitt von der umgebenden Anbaufläche befürwortet. Der Gedanke dahinter ist wichtig. Die Absicht des Anbauers ist es die Erde immer feucht und weich zu halten anstatt sie zu ernähren. Praktizierende zeigen durch ihre Gedanken und Handlungen, dass der Boden in der Lage ist, sich selbst zu ernähren.“

 

  – Liz Ware

 

 

Allgemein gesprochen ist die Herangehensweise der Natürlichen Landwirtschaft umfassender und philosophischer ausgerichtet als die der Ökologischen Landwirtschaft. Angestrebt werden nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern eine Gesundung des gesamten Ökosystems und des gesamten Individuums, sowohl mental, geistig als körperlich. Diese Philosophie entstand aus dem Gedanken, dass alle Lebensformen miteinander verknüpft sind. Bauern, die sich der Natürlichen Landwirtschaft verschrieben haben, berücksichtigen bei allen Entscheidungen Gesichtspunkte, die das gesamte Lebensnetzwerk betreffen.

 

IMG_0998 - Copy

 

Natürliche Landwirtschaft setzt natürlichen Mulch ein, wie Blätter und Gräser, verwendet jedoch keinen Kompost (ausser vom eigenen Mulch hergestellt), da in dem Konzept nicht davon ausgegangen wird, dass dies dem Boden zugute kommt. Bei der Verwendung von Mulch werden nach Möglichkeit lokale Materialien eingesetzt, doch sind diese nicht als Nährstoffe gedacht, sondern sie sollen den Boden feucht, warm und locker halten. Da kein tierischer Dünger eingesetzt wird, ist unser Gemüse auch für Veganer bestens geeignet.

 

Die Natürliche Landwirtschaft ist grundsätzlich der Ansicht, dass der Boden alles, was die Pflanze für ihr Wachstum benötigt, bereits hat. Dadurch, dass dem Rechenschaft getragen wird, verbessert sich der Zustand des Bodens jedes Jahr von selbst. Natürliche Landwirtschaft erachtet Insekten nicht als “Ungeziefer”, im Gegenteil – das Vorhandensein solcher Lebewesen hat seinen Grund. Natürliche Landwirtschaftsmethoden fördern ein umfassenderes Verständnis über die Rolle von Insekten und wie ihr Gleichgewicht aufrecht zu erhalten ist, damit sie nicht überhand nehmen und das pflanzliche Leben zerstören. Ein starkes Ungleichgewicht von Insekten kann auch durch natürliche Mittel angegangen werden.

 

IMG_6532 - Copy

 

Ökologische und natürliche Methoden der Landwirtschaft weisen viele Ähnlichkeiten auf. In Zusammenarbeit kann die Natürliche Landwirtschaft zur Förderung der Ökologischen Bewegung weltweit beitragen. Zum Beispiel ist eine Schlüsselkomponente der Natürlichen Landwirtschaft die Vitalenergie, welche frisch angebaute Nahrungsmittel vermittelt. Der Konsum von lokal angebauten Nahrungsmitteln ist daher bevorzugt und wird gefördert. Lebensmittel, die lange Transportwege hinter sich bringen müssen, verlieren wichtige Nährwerte. Darüber hinaus führt der Konsum von saisonal erhältlichen, vor Ort angebauten Erzeugnissen zu erheblichen gesundheitlichen Vorteilen. Zum Beispiel ist der Verzehr von tropischen Früchten mitten im Winter unter Umständen nicht das, was der Körper braucht, um seine Wärme zu konservieren.

 

Da wir Gemüse auch an Bioläden abgeben, sind wir von der Ökokontrollstelle DE-ÖKO-002 zertifiziert.

 

Hinweis: Die „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ wurde von Masanobu Fukuoka etwa zur gleichen Zeit entwickelt (1913-2008), zu der Okada seine Bewegung gegründet hatte und hat viele Gemeinsamkeiten mit „Natürlicher Landwirtschaft“. Allerdings verwendet Natürliche Landwirtschaft nicht die Praktiken der „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ (wie z.B. „Samenbomben“) und verzichtet darüber hinaus nicht auf Bodenbearbeitung oder Maschinen, Jäten oder Kompost. Natürliche Landwirtschaft verwendet auch keine Effektiven Mikroorganismen.